Abstrakte Datenvisualisierung mit Deutschlandkarte, hervorgehobenem Thüringen, Diagrammlinien und Standort-Pins

Datenstand PKS 2025 · Strafverfolgung 2024

Graffiti in Zahlen

Polizeilich registrierte Fälle, Aufklärung, Verurteilungen und Kosten in Deutschland, Thüringen und den Thüringer Regionen.

Wie viele illegale Graffiti werden angezeigt? Wie hoch ist die Aufklärungsquote? Welche Kosten entstehen durch die Beseitigung? GraffitiNetz bereitet öffentlich verfügbare Daten verständlich und transparent auf.

Deutschland

95.484

registrierte Graffitifälle

2025 · BKA – PKS 2025, Grundtabelle Fälle Bund (XLSX)

Thüringen

3.349

registrierte Graffitifälle

2025 · BKA – PKS 2025, Ländertabelle Fälle (XLSX)

Thüringen je Einwohner

159,5

Fälle je 100.000 Einwohner

2025 · BKA – PKS 2025, Ländertabelle Fälle (XLSX)

Deutschland je Einwohner

114,2

Fälle je 100.000 Einwohner

2025 · BKA – PKS 2025, Grundtabelle Fälle Bund (XLSX)

Aufklärungsquote Thüringen

12,8 %

aufgeklärte Fälle 2025

2025 · BKA – PKS 2025, Ländertabelle Fälle (XLSX)

Thüringen lag 2025 bei den registrierten Graffitifällen je Einwohner rund 40 % über dem Bundesdurchschnitt.

Deutschland

Entwicklung 2021 bis 2025

Registrierte Fälle, aufgeklärte Fälle und Aufklärungsquote der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Datentabelle anzeigen
Deutschland – Graffiti in der PKS, 2021 bis 2025
JahrErfasste FälleAufgeklärtAufklärungsquoteTatverdächtige
2021100.55816.53516,4 %10.455
2022101.65815.48515,2 %10.912
202397.35313.17213,5 %9.393
202494.51912.24613,0 %9.357
202595.48411.28411,8 %9.569

Datenstand 2025 · Quelle: BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Bund, Fälle) · BKA – PKS 2025, Grundtabelle Fälle Bund (XLSX)

  • 2025 wurden 1,0 % mehr Fälle registriert als 2024.
  • Gegenüber 2021 ging die Fallzahl um rund 5,0 % zurück.
  • Die Aufklärungsquote sank von 16,4 % im Jahr 2021 auf 11,8 % im Jahr 2025.
  • 2025 wurden bundesweit 9.569 Tatverdächtige ermittelt.

Thüringen

Entwicklung 2011 bis 2025

Kennzahl wählen und Verlauf über 15 Jahre vergleichen.

Datentabelle anzeigen
Thüringen – Graffiti in der PKS, 2011 bis 2025
JahrErfasste FälleAufgeklärtAufklärungsquoteTatverdächtige
20113.2321.16736,1 %366
20122.97169823,5 %365
20132.93882628,1 %295
20142.93350117,1 %284
20152.86752218,2 %262
20163.79874519,6 %288
20173.47967019,3 %334
20183.81288123,1 %317
20193.54842812,1 %248
20203.80967117,6 %331
20213.16174923,7 %265
20223.39571521,1 %268
20233.48149614,2 %222
20243.89146812,0 %284
20253.34943012,8 %273

Datenstand 2025 · Quelle: BKA – PKS 2025, Ländertabelle Fälle (XLSX) · Landeskriminalamt Thüringen – PKS-Jahrbuch

Zusammenfassung 2025

  • 3.349 polizeilich registrierte Graffitifälle
  • 430 aufgeklärte Fälle
  • 273 ermittelte Tatverdächtige
  • Aufklärungsquote von 12,8 %
  • 542 Fälle beziehungsweise 13,9 % weniger als 2024
  • 159,5 Fälle je 100.000 Einwohner
  • Belastung je Einwohner rund 40 % über dem Bundesdurchschnitt

Thüringer Regionen 2025

Kreisfreie Städte und Landkreise

Registrierte Graffiti-Sachbeschädigungen, Aufklärung und Belastung je 100.000 Einwohner.

Erfurt

366

registrierte Fälle

Aufgeklärt
33
Aufklärungsquote
9,0 %
Je 100.000 Einw.
167,3

Gera

255

registrierte Fälle

Aufgeklärt
73
Aufklärungsquote
28,6 %
Je 100.000 Einw.
266,7

Jena

397

registrierte Fälle

Aufgeklärt
15
Aufklärungsquote
3,8 %
Je 100.000 Einw.
361,8

Suhl

36

registrierte Fälle

Aufgeklärt
1
Aufklärungsquote
2,8 %
Je 100.000 Einw.
103,8

Weimar

312

registrierte Fälle

Aufgeklärt
16
Aufklärungsquote
5,1 %
Je 100.000 Einw.
473,1

Fälle je 100.000 Einwohner – kreisfreie Städte 2025

Datenstand 2025 · Quelle: MDR – Auswertung PKS Thüringen (Kreise und Städte) · Datawrapper-Datensatz zur MDR-Auswertung (CSV)

  • Weimar hatte 2025 mit 473,1 Fällen je 100.000 Einwohner die höchste registrierte Belastung.
  • Jena folgte mit 361,8 Fällen je 100.000 Einwohner.
  • Gera erreichte mit 28,6 % die höchste Aufklärungsquote der kreisfreien Städte.
  • Jena, Weimar und Suhl hatten Aufklärungsquoten von weniger als 6 %.

Thüringer Landkreise 2025

Registrierte Graffitifälle in den Thüringer Landkreisen 2025
LandkreisFälleAufgeklärtAufklärungsquoteJe 100.000 Einw.
Saale-Holzland-Kreis27911942,7 %334,8
Altenburger Land225156,7 %257,1
Saalfeld-Rudolstadt217188,3 %216,8
Gotha15974,4 %117,1
Weimarer Land1421712,0 %172,3
Ilm-Kreis1221613,1 %114,4
Greiz1191916,0 %127,0
Saale-Orla-Kreis1102926,4 %142,2
Sömmerda10954,6 %161,0
Wartburgkreis1081211,1 %69,7
Unstrut-Hainich-Kreis7468,1 %78,2
Eichsfeld721318,1 %69,4
Schmalkalden-Meiningen7068,6 %58,2
Kyffhäuserkreis6058,3 %83,6
Nordhausen5623,6 %69,3
Sonneberg4424,5 %80,1
Hildburghausen1715,9 %28,3

Die Farbgebung bildet ausschließlich polizeilich registrierte Graffiti-Sachbeschädigungen je Einwohner ab. Sie sagt nichts über die allgemeine Sicherheitslage oder die Bevölkerung einer Region aus.

Datenstand 2025 · Quelle: MDR – Auswertung PKS Thüringen (Kreise und Städte) · Datawrapper-Datensatz zur MDR-Auswertung (CSV)

Warum fehlen einzelne Städte?

Eine landesweit einheitliche Graffitistatistik für alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Thüringen wird nicht veröffentlicht. Die Zahlen von Städten wie Eisenach, Altenburg, Mühlhausen, Arnstadt, Ilmenau oder Nordhausen sind grundsätzlich in den jeweiligen Landkreiswerten enthalten. Einzelne Kommunen veröffentlichen zusätzliche Angaben in Ratsunterlagen oder lokalen Polizeiberichten. Diese Angaben sind jedoch nicht vollständig und häufig methodisch nicht miteinander vergleichbar.

Kommunale Daten ergänzen

Städte und Gemeinden können eigene Zahlen an GraffitiNetz übermitteln. Nach Prüfung der Quelle werden sie in die Auswertung aufgenommen.

Justiz

Von der Anzeige bis zur Verurteilung

Polizeiliche Aufklärung, Anklage und gerichtliche Verurteilung sind unterschiedliche Verfahrensstufen. Eine bundesweit vollständig graffiti-spezifische Verurteilungsstatistik existiert nicht.

Abgeurteilte und Verurteilte in Deutschland 2024
StraftatengruppeAbgeurteilteVerurteilte
§§ 303–305a insgesamt13.2129.394
§ 303 Abs. 1 – gewöhnliche Sachbeschädigung11.5018.348
§ 303 Abs. 2 – Veränderung des Erscheinungsbildes958580
§ 304 Abs. 1 – gemeinschädliche Sachbeschädigung578363
§ 304 Abs. 2 – Erscheinungsbild geschützter Sachen9857

Datenstand 2024 · Quelle: Destatis – Statistischer Bericht Strafverfolgung 2024 · § 303 StGB · § 304 StGB

§ 303 Absatz 2 StGB ist die statistisch engste Annäherung an typische illegale Graffiti. Der Tatbestand erfasst jedoch auch andere unbefugte Veränderungen des Erscheinungsbildes. Umgekehrt können Graffiti je nach Tatobjekt und Schaden unter anderen Tatbeständen verfolgt werden.

Von den 580 Verurteilungen nach § 303 Absatz 2 erfolgten 498 nach allgemeinem Strafrecht. Davon führten 13 zu einer Freiheitsstrafe und rechnerisch 485 zu einer Geldstrafe. Weitere 82 Verurteilungen entfielen auf das Jugendstrafrecht.

Thüringen 2024

  • 282 Verurteilte wegen Straftaten der gesamten Gruppe §§ 303–305a
  • 2023 waren es 340 Verurteilte
  • Rückgang um 17,1 %
  • Keine veröffentlichte Aufteilung ausschließlich nach Graffiti

Datenstand 2024 · Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik – Strafverfolgung 2024 (XLSX)

Kosten

Was kostet illegales Graffiti?

Eine aktuelle, zentrale Kostenstatistik für Deutschland oder Thüringen existiert nicht. Reinigungskosten verteilen sich auf Kommunen, Verkehrsbetriebe, Wohnungsunternehmen, private Eigentümer, Versicherungen und Denkmaleigentümer.

Deutsche Bahn (bundesweit)

2024

Rund 21.000 Graffitifälle an Zügen und Gebäuden; etwa 12 Millionen Euro jährliche Entfernungskosten

Deutsche Bahn – Presseinformation 2024/2025

Deutschland – historische Schätzung

2002
historischer Wert

200 Millionen Euro jährlich, davon 100 Millionen Verkehrsmittel, 60 Millionen Privateigentum und 40 Millionen öffentliche Gebäude

Bundesrat – Plenarprotokoll 784 (2002)

JenaKultur

2018/2019

Jährlich etwa 15.000 bis 20.000 Euro für Beseitigung und Prävention von Vandalismusschäden an Denkmalen und Kunst

JenaKultur-Blog – Vandalismus und kein Ende (2019)

JenaKultur

2018

17.000 Euro tatsächlich ausgegeben

JenaKultur-Blog – Vandalismus und kein Ende (2019)

Friedensbergdenkmal Jena

2019

Rund 2.300 Euro für einen Reinigungs- und Pflegegang

JenaKultur-Blog – Vandalismus und kein Ende (2019)

Reichart-Denkmal Erfurt

2017

Rund 5.000 Euro geschätzte Kosten für restauratorische Graffitientfernung und Nachbearbeitung

Stadt Erfurt – Pressemitteilung 2017

Die Deutsche Bahn gab für 2024 durchschnittlich rechnerisch rund 570 Euro Entfernungskosten je registriertem Graffitifall an. Dieser Wert ist keine allgemeine Preisempfehlung. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Untergrund, Größe, Farbe, Zugänglichkeit, Schutzbeschichtung, Dokumentation und notwendiger Wiederherstellung ab.

Die Schätzung von 200 Millionen Euro stammt aus dem Jahr 2002 und darf nicht als aktuelle Schadenssumme ausgegeben werden.

Kommunale Förderung

Unterstützung bei der Graffitibeseitigung

Zwei Thüringer Beispiele für kommunale Zuschüsse bei der Beseitigung illegaler Graffiti.

Erfurt

  • Förderung von 50 % der anerkannten Kosten
  • maximal 3.000 Euro pro Grundstück und Jahr
  • umfasst Beseitigung und mögliche vorbeugende Maßnahmen

Stadt Erfurt – Richtlinie Graffitibeseitigung (PDF)

Weimar

  • Förderung von bis zu 500 Euro
  • maximal 20 % der Reinigungskosten
  • Förderung, wenn Versicherungen nicht oder nur teilweise leisten

Stadt Weimar – Ist das Kunst oder muss das weg?

Politisch motivierte Kriminalität

Politische Botschaften und Staatsschutz

Politisch motivierte Graffiti werden teilweise zusätzlich im Kriminalpolizeilichen Meldedienst zur Politisch motivierten Kriminalität erfasst. Diese Statistik verwendet eine andere Zähllogik als die Polizeiliche Kriminalstatistik. Die Zahlen dürfen deshalb nicht einfach addiert werden.

1.187

politisch motivierte Sachbeschädigungen in Thüringen 2025

885

sonstige staatsschutzrelevante Delikte, bei denen Farbe oder ein Markierungsgegenstand als Tatmittel verwendet wurde

keine veröffentlichte Kreuztabelle, die sämtliche graffiti-spezifischen PMK-Fälle eindeutig ausweist

Datenstand 2025 · Quelle: TIM/TLKA – PMK Thüringen 2025 (PDF)

Im Juli 2026 wurde im Thüringer Landtag eine Kleine Anfrage zu politisch motivierten Graffiti in Thüringen und Jena eingereicht. Eine vollständige veröffentlichte Antwort lag zum Zeitpunkt der Datenauswertung noch nicht vor. Thüringer Landtag – Kleine Anfrage (ParlDok)

Methodik

Begriffe verständlich erklärt

Polizeiliche und gerichtliche Statistiken zählen unterschiedliche Dinge zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Erfasster Fall

Eine von der Polizei endbearbeitete und in der PKS registrierte Straftat. Ein Fall entspricht nicht zwingend einem einzelnen Schriftzug oder einer einzelnen Fläche.

Strafanzeige

Eine Meldung über einen möglichen strafbaren Sachverhalt. Die Zahl der eingegangenen Anzeigen ist nicht automatisch identisch mit der Zahl der PKS-Fälle.

Aufgeklärter Fall

Ein Fall, zu dem mindestens ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Aufklärung bedeutet noch keine Anklage oder Verurteilung.

Tatverdächtiger

Eine Person, gegen die nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen ein ausreichender Tatverdacht besteht. Eine Person kann mit mehreren Fällen in Verbindung stehen.

Verurteilter

Eine Person, gegen die ein rechtskräftiges strafgerichtliches Urteil ergangen ist. Die Gerichtsstatistik verwendet andere Zeitpunkte und Zähleinheiten als die PKS.

Dunkelfeld

Graffiti, die nicht gemeldet oder der Polizei nicht bekannt werden, erscheinen nicht in der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Polizeifälle, Aufklärungen, Tatverdächtige und Verurteilungen dürfen nicht zu einer vermeintlichen Verurteilungsquote miteinander verrechnet werden.

GraffitiSpot

Kommunale Datenlücken mit GraffitiSpot schließen

Viele Kommunen kennen zwar einzelne Graffitischäden, verfügen aber nicht über ein einheitliches Kataster. GraffitiSpot verbindet Meldung, Fotodokumentation, GPS-Standort, KI-Flächenberechnung, Kostenschätzung, Bearbeitungsstatus, Tourenplanung und wiederkehrende Merkmale in einem digitalen System.

  • kommunales Graffitikataster
  • Erfassung von GPS-Standort und Tatzeitraum
  • Foto- und Flächendokumentation
  • KI-gestützte Flächenberechnung
  • Richtpreis und Freigabeworkflow
  • Erfassung tatsächlicher Beseitigungskosten
  • Zeit zwischen Meldung und Entfernung
  • Wiederholungs- und Schwerpunktbereiche
  • Analyse wiederkehrender Tags und Merkmale
  • Kartenbasierte Auswertung
  • Jahresberichte für Verwaltung und Politik
  • Datenexport für Fördermittel, Ausschreibungen und Prävention